HERDENTYPISIERUNG

Heute wissen was die Herde morgen leistet

Nachdem sich das Projekt KUHVision erfolgreich in Ostfriesland durchgesetzt hat und weiterhin läuft, geht jetzt die Herdentypisierung an den Start. Grundsätzlich ähnelt die Herdentypisierung dem Projekt KUHVision. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der Herdentypisierung keine Gesundheits- und Klauendaten gemeldet werden müssen, dafür aber ein etwas höherer Beitrag für die genomische Untersuchung pro Tier als bei KUHVision entrichtet werden muss. Zusätzlich kann der Betrieb auswählen, ab welchem Alter er die weiblichen Tiere untersuchen möchte. Ab Auswahldatum werden dann alle weiblichen Tiere der Rasse Holstein untersucht.

Die Möglichkeiten

Einmal als Herdentypisierungsbetrieb registriert läuft alles automatisch: Der Betrieb braucht sich um nichts kümmern. Bereits am Kalb kann die Untersuchung per Ohrmarke durchgeführt werden. Die Zuchtwertschätzung erfolgt wöchentlich.

Im Optimalfall hat der Betrieb innerhalb von 3-4 Wochen ein Ergebnis über die zu erwartende Leistungsvererbung, den Hornstatus und Gesundheitsmerkmale wie Eutergesundheit, Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit, Melkbarkeit und Kalbeverhalten.

Zusätzlich erhalten die typisierten Tier nun auch die neuen Gesundheitszuchtwerte wie z.B. DDControl, der die genetische Anfälligkeit des Tieres für Mortellaro (Dermatitis Digitalis) anzeigt. In NETRINDGenom können alle Zuchtwerte eingesehen und sortiert werden. Der VOST BAP-Berater unterstützt und berät den Betrieb gerne in der Verwirklichung der Betriebsstrategie.

Über die BAP-Beratung kann der VOST-Berater bereits die Selektion für Export, Fleischrassenbesamung oder die Besamung mit gesexten Sperma für den Betrieb vornehmen. Neu ist, dass seit 2018 auch die genomischen Werte im BAP-Programm berücksichtigt werden.

Stichwort: Düngeverordnung 2020

Obwohl sich die Betriebe noch stark mit der von 2017 geänderten Düngeverordnung und die für 2018 zur Pflicht gemachte Stoffstrombilanz auseinander setzten müssen, kommt im Mai 2020 eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung. Die Stickstoffobergrenzen werden nochmals gedeckelt und die Tierbestände in den Betrieben müssen ggf. noch einmal reduziert werden um Kosten für die Abgabe von Düngern zu vermeiden.

Durch die Herdentypisierung besteht die Möglichkeit zur frühen und vor allem richtigen Selektion. Der Betrieb selektiert die widerstandsfähigsten Tiere, die keine Probleme/Kosten (Mastitis, Minderleistung, Fruchtbarkeit, Melkbarkeit, Geburtsverhalten) verursachen und dabei die meiste Milch geben. Es ist bekannt, dass eine Kuh mit einer höheren Leistung effizienter ist (Platzbedarf, Arbeitsaufwand, Erhaltungsbedarf, Gülleanfall, Nachzucht) als zwei mit der halben Milchmenge.

Förderung bis 30. Juni 2020

Betriebe die sich bis zum 30.06.2020 für die Herdentypisierung entscheiden, werden mit 250 € vom VOST gefördert. Noch jetzt besteht die Möglichkeit die Rinder vor Weideaustrieb zu genotypisieren, um die richtigen Entscheidungen für das Betriebsmanagement zu treffen. Sprechen Sie uns gerne an (Link)

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